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Hand aufs Herz: Wie viel Bettina steckt in Ellie?

Ich denke, mit solchen Fragen werden alle Autoren irgendwann konfrontiert. Aber ich glaube, dass die wenigsten von ihnen bewusst autobiografisch schreiben. Der Grund ist so einfach wie auch ernüchternd: Das eigene Leben ist in der Regel nicht romantauglich. Und es tut dem Buch oft nicht gut, wenn der Autor seine eigene Nabelschau feiert.
Aber es lässt sich natürlich kaum vermeiden, dass eigene Erfahrungen in die Bücher fließen und deshalb kleine Mosaiksteinchen der Protagonisten mit denen der eigenen Seele übereinstimmen können. Trotzdem: Wenn ich Ellie sehe, sehe ich nicht mich. Ich bin eine grausam schlechte Naturwissenschaftlerin, um nur einen Unterschied zu nennen. Und ich war auch bis zur Oberstufe ziemlich mies in der Schule. Im Gegensatz zu Ellie kann ich gut zeichnen und schreiben, habe mir in der 12 aber nicht einmal ein Mathebuch gekauft, weil es ohnehin keinen Sinn hatte, Hausaufgaben zu machen. Nein, Ellie ist eine Kunstfigur, die sicherlich Züge von mir trägt - aber so verfremdet, dass es unsinnig wäre, 1:1 von ihr auf mich zu schließen. Was wir sicherlich gemeinsam haben, ist die dünne Haut und eine gewisse Sturheit. Nur gehen wir jeweils anders damit um. Und das ist für den Fortgang einer Geschichte entscheidend: das Handeln.
 
Und Colin? Gab es mal einen Colin in meinem Leben - zumindest eine Art Colin? Ich bedaure: nein. Ich weiß genau, wie er gestrickt ist, ja, ich kenne ihn. Aber einem Mann wie Colin durfte ich nie begegnen. Wohl aber weiß ich um das Gefühl, von der Aura eines anderen Menschen wie die Motte ins Licht gezogen zu werden - gesund ist das meistens nicht, aber spannend allemal.
Obwohl ich nicht autobiografisch schreibe, gibt es in meinem Leben Menschen, die mich inspirieren, deren Geschichten und Charakter mehr unbewusst als bewusst zwischen die Zeilen wandern. Trotzdem arbeite ich immer mit dem Werkzeug der Verfremdung, und sobald ich die ersten Dialoge geschrieben habe, machen sich meine Figuren sowieso selbstständig, entwickeln ihren eigenen Charakter und unternehmen Dinge, die ich eigentlich nicht geplant hatte. Ich muss ihnen hektisch tippend folgen und möglichst treffend festhalten, was sie mit meiner Geschichte anstellen. Das war sowohl bei Ellie als auch bei Colin und Tillmann der Fall. Sie sind Querköpfe und lassen sich nicht in wohl überlegte Exposés pressen. Irgendwann werden sie eigenmächtig.
 
Deshalb bin ich schon jetzt gespannt, was sie mit mir veranstalten, wenn ich in wenigen Tagen mit dem zweiten Band beginne. Aber ich freue mich, sie wiederzusehen. Ich hab sie vermisst.

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Die Autorin: Bettina Belitz

  • Bettina Belitz wurde 1973 an einem sonnigen Spätsommertag in Heidelberg geboren. Schon als Kind fing sie damit an, eigene Geschichten zu schreiben. Nach ihrem Studium arbeitete Bettina Belitz zunächst als Freie Journalistin und Texterin. Heute lebt die begeisterte Italien-Urlauberin mit ihrem Sohn Mio, ihrem Lebensgefährten und drei sturköpfigen Katzen in einem 400-Seelen-Dorf im Westerwald.

Der Titel zum Blog

Bettina Belitz: Splitterherz Bettina Belitz:
Splitterherz
  • Ellie fühlt sich magisch zu Colin hingezogen. Doch der hat ein Geheimnis, das die Liebe der beiden unmöglich erscheinen lässt: Er braucht die Empfindungen anderer Wesen, um zu existieren … Pass auf deine Träume auf!

    Ab Januar 2010 im Handel.